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Bundesamt für Statistik weist deutlich höhere Handwerksdaten aus
Das niedersächsische Handwerk wurde in seiner zahlenmäßigen Bedeutung unterschätzt, betonte Peter Voss, Vorsitzender der Landesvertretung der Handwerkskammern (LHN) in der heutigen Pressekonferenz in Hannover. So wurden erstmals seit Mitte der 90er Jahre wieder von amtlicher Seite absolute Beschäftigten- und Umsatzdaten für das Jahr 2008 ausgewiesen, die deutlich höher ausfielen als bisher aufgrund der Stichprobenerhebungen angenommen. Damit ist die volkswirtschaftliche Bedeutung der „Wirtschaftsmacht von nebenan“ größer als erwartet.
Unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Entwicklung in den beiden letzten Jahren und des in der amtlichen Statistik nicht erfassten handwerksähnlichen Gewerbe arbeiten im Jahr 2010 im niedersächsischen Handwerk nicht 430.000 Beschäftigte wie bisher angenommen, sondern 500.000. Der Umsatz lag - geschätzt - bei über 44 Mrd. € und nicht wie bisher angenommen bei 37,8 Mrd. €. Die neue Datengrundlage gibt seit Mitte der 90iger Jahre erstmals wieder Einblicke in die Entwicklung eines dynamischen Wirtschaftsbereiches, der – wie sich jetzt zeigt - allein über die Stichprobenerhebungen nicht vollständig erfasst werden konnte.
Für das Jahr 2011 wurde vor dem Hintergrund der aktuell sehr positiven Wirtschaftsentwicklung unter den Konjunkturexperten der Handwerkskammern im Vorfeld dieser Pressekonferenz wieder eine Befragung zur weiteren wirtschaftlichen Entwicklung durchgeführt. Gegenüber der Umfrage im Januar diesen Jahres haben die Experten ihre Prognose für das niedersächsische Handwerk im Jahr 2011 angehoben von
0,5 % Zuwachs auf 1,7% für die Beschäftigten- und von 1,8% auf 3,7% bei den Umsatzzahlen. Dies erfolgte auch vor dem Hintergrund erster vorsichtiger Stimmen zur Jahresmitte bezüglich einer Abschwächung des Wachstums. Gemäß dieser Prognose geht die LHN davon aus, dass bis Ende 2011 mit knapp 507.000 Beschäftigten wieder die halbe Million überschritten wird und die Umsätze auf 45,8 Mrd. € ansteigen werden. In der letzten Konjunkturbefragung der einzelnen Handwerksbranchen aus dem Frühjahr wurde deutlich, dass der Schub der Handwerkskonjunktur vor allem aus dem handwerklichen Bausektor, den industrienahen Bereichen, zu denen die Metallbauer, die Feinwerkmechaniker, die Landmaschinenmechaniker oder auch die Kälteanlagenbauer zählen, und dem sich erholenden Kfz-Markt kommt.
Hannover, 09. August 2011 |