© Robert Kneschke - fotolia.com

Konjunktur Herbst 2016

Bericht aus der Wirtschaftsmacht von nebenan

Deutschland bleibt auf Kurs. Unsicherheiten aufgrund der nicht absehbaren Folgen des Brexit-Votums, des nach wie vor unsicheren europäischen Bankensektors und der kriegerischen Auseinandersetzungen in Syrien sowie der Wahlen in den USA stehen dem moderaten Aufwärtstrend der exportierenden Wirtschaft in Deutschland soweit noch nicht entgegen. Aber auch die speziell konsumnahen Bereiche der Binnenwirtschaft bilden eine tragende Stütze der konjunkturellen Entwicklung. Steigende Beschäftigtenzahlen, spürbare Lohnsteigerungen und ein niedriges Zinsniveau bis hin zum Negativzins stärken die Konsumsbereitschaft. Daneben befördern die dringend notwendigen Infrastrukturmaßnahmen die Stimmung im Bausektor. Viele Kapitalanleger setzen zudem auf Immobilien.


Bau- und Sanierungsleistungen sind gefragt. Aktuell prognostiziert die Bundesregierung für das Jahr 2016 einen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts in Höhe von 1,8 Prozent, für 2017 von 1,4 Prozent. Sie liegt damit im Mittelfeld der Vorhersagen der wichtigsten Wirtschaftsforschungsinstitute.


Lediglich das Kieler Institut für Economics Research & Forecasting prognostiziert einen Zuwachs von 3,5 Prozent im laufenden und 3,0 Prozent im kommenden Jahr.


Auch im niedersächsischen Handwerk zeigt sich eine weitere leichte Beschleunigung des Wirtschaftswachstums. Der Geschäftsklimaindex steigt mit 70 Indexpunkten auf das historische Hoch der letzten 20 Jahre. Gegenüber dem Vorjahr konnte somit ein Zuwachs von vier Indexpunkten erreicht und damit sogar das Spitzenjahr 2011 leicht übertroffen werden. Am besten bewerten die Betriebe des Ausbauhandwerks ihre geschäftliche Situation.


Aber auch im Bauhauptgewerbe und in allen anderen Handwerksbranchen melden die Betriebe ausgesprochen gute Konjunkturdaten. Dabei verzeichneten im Vergleich zum Vorjahr alle Handwerksbranchen eine weiterhin zunehmende Dynamik. Lediglich bei den unternehmens- und industrienahen Dienstleistern, zu denen die Metallbauer, die Feinwerkmechaniker und Landmaschinenmechaniker sowie die Kälteanlagenbauer und Gebäudereiniger zählen, zeigt sich zum Vorjahr eine auf hohem Niveau stabile Entwicklung.


Insgesamt floriert die Nachfrage nach Handwerksleistungen. Fast jeder zehnte Betrieb lastet seine Kapazitäten bereits zu mehr als 100 Prozent aus. Viele Handwerksbetriebe sind auf Fachkräftesuche. Speziell bei handwerklichen Ausbauleistungen müssen Kunden zunehmend vertröstet und Wartezeiten in Kauf genommen werden. Immerhin konnte im aktuellen Herbstquartal in der Summe fast jeder zehnte Betrieb zusätzliche Stellen besetzen. Zudem stieg die Investitionsbereitschaft insgesamt spürbar an. Per Saldo meldeten 8
Prozent der Betriebe steigende Investitionsausgaben. Mit Blick auf die anstehenden Wintermonate wird es saisonbedingt zu einer Geschäftsberuhigung kommen, die Unternehmen blicken aber sehr optimistisch auf die weitere Entwicklung im Handwerk.

Gemäß den aktuellen Prognosen der Konjunkturexperten in den Handwerkskammern werden im Jahr 2016 im niedersächsischen Handwerk 521.000 Menschen beschäftigt sein.
Der Umsatz wird für das Jahr 2016 auf 52,1 Mrd. € geschätzt.

Der gesamte Konjunkturbericht kann als pdf-Datei abgerufen werden.