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Konjunktur Herbst 2017

Bericht aus der Wirtschaftsmacht von nebenan

Die deutsche Wirtschaft ist weiterhin in bester Verfassung. Das statistische Bundesamt meldet für das dritte Quartal 2017 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 0,8 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal 2017. Nachdem der ifo Geschäftsklimaindex im September 2017 im Vergleich zum Vormonat einen leichten Rückgang verzeichnete, hellten sich im Oktober 2017 die Erwartungen der Unternehmen in Deutschland bereits wieder auf. Dabei glänzen die Arbeitsmarktzahlen weiterhin. Die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal 2017 wurde von 44,5 Millionen Erwerbstätigen im Inland erbracht, das waren 668.000 Personen oder 1,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Zusätzlich zum gestiegenen privaten Konsum in Deutschland (preisbereinigt + 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) kommen verstärkt positive Impulse vom Handel mit dem Ausland. Befürchtungen vor allem in Bezug auf eine Abschwächung der Weltwirtschaft infolge zunehmender Protektionismen haben sich nicht bewahrheitet. Im Gegenteil, die Weltwirtschaft hat trotz weiterhin bestehender politischer Risiken an Fahrt aufgenommen. Nach vorläufigen Berechnungen stiegen die Exporte von Waren und Dienstleistungen gegenüber dem zweiten Quartal 2017 um 1,7 Prozent. Die Importe legten im Vergleich zum Vorquartal ebenfalls zu, jedoch im Vergleich zu den Exporten weniger stark mit + 0,9 Prozent. Somit gewinnt der Weltmarkt nach schwächelnden Tendenzen im 1. Quartal 2017 wieder an Fahrt.

Das niedersächsische Handwerk ist weiterhin nicht zu bremsen. Mit 130 Indexpunkten erzielt die Geschäftslage die beste Bewertung eines zweiten Halbjahres und legt im Vergleich zum Vorjahresquartal um weitere 5 Punkte zu. Das Ausbaugewerbe verweilt auf dem Allzeithoch von 135 Indexpunkten und stellt somit eine tragende Säule des Handwerks dar. Aber auch andere Branchen haben die Verfolgungsjagd aufgenommen. Das Nahrungsmittelgewerbe zieht mit einem Zuwachs um 11 Indexpunkte auf das neue Hoch von 132 Punkten stark an. Die personenbezogenen Dienstleitungen mit einem Zuwachs um 10 Indexpunkte auf 128 stehen dem nicht nach. Keine Branche meldet eine negative Entwicklung.

In der Summe verbuchten im aktuellen Berichtsquartal 19 Prozent aller Handwerksbetriebe gestiegene Umsätze. Mehr als jeder dritte Betrieb verzeichnet einen gestiegenen Auftragsbestand. Dabei kommen die Betriebe langsam an die Grenzen ihrer Kapazitäten. Jeder zweite Betrieb meldet eine Auslastung über 90 Prozent. Vor diesem Hintergrund nimmt die Investitionsbereitschaft der Betriebe zu.

Für die kommenden Monate zeichnet sich weiterhin eine positive Entwicklung ab. Mehr als jeder vierte Betrieb erwartet eine weitere Verbesserung der Geschäftslage. 30 Prozent der Betriebe rechnen mit einer positiven Umsatzentwicklung und 25 Prozent kalkulieren mit einem steigenden Auftragsbestand. Dabei wird mit einem leichten Anstieg des Beschäftigtenniveaus und einer konstanten Investitionsbereitschaft gerechnet. Weiterhin bestehen Befürchtungen, dass aufgrund mangelnder Fachkräfte die potentiellen Wachstumspotentiale nicht ausgeschöpft werden können.

Gemäß der aktuellen noch vorläufigen Prognose der Konjunkturexpertinnen und -experten der Handwerkskammern in Niedersachsen wird das Jahr 2017 mit einem Umsatz in Höhe von 54 Mrd. Euro und ca. 537.000 Beschäftigen abschließen. Die Prognosen für 2018 mit einem Umsatzzuwachs von 2,3 Prozent und einem stabilen Beschäftigtenniveausstimmen positiv für die Zukunft.



Der gesamte Konjunkturbericht kann als pdf-Datei abgerufen werden.