Der Wert des Handwerks als das verlässliche Rückgrat des Mittelstandes

- Handwerksgesellinnen und -gesellen diskutieren mit Kirche -

„Was ist der Wert des Handwerks?", mit dieser Fragestellung begrüßte Gesellen-vizepräsident Jörg Klein, als Vorsitzender der Tagung, die Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten sowie Vorstandsmitglieder der Arbeitnehmerseite der nord- und nordostdeutschen Handwerkskammern zu ihrem jährlichen Austausch. In der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) machte er am 24. August 2018 im Rahmen seiner Begrüßung deutlich, dass seit 1517 in der Wirtschaft der Begriff des ehr-baren Kaufmanns eine wichtige Wertorientierung darstellt: „Weltoffenheit, freiheit-liche Orientierung, Wort und Handschlag haben Gültigkeit. Diese Werte lassen sich grundsätzlich auf alle Bereiche übertragen."

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer tauschten sich zum hochaktuellen Thema „Werte" aus. Im Zuge der Zuwanderung von Flüchtlingen werden gemeinsame Werte diskutiert und debattiert. Dabei stellten sich auch die Handwerksgesellin-nen und -gesellen die Frage: Welche Werteklammer kann eine Gesellschaft zu-sammenhalten und wer bestimmt darüber, welche Werte eine besondere Bedeu-tung haben?

Handwerkliches Arbeiten bekommt gerade in einer digitalisierten Welt eine ganz neue Bedeutung. Das Arbeiten mit Werkstoffen vor Ort und nicht nur mit einer Tastatur quasi ferngesteuert, wird einen neuen Stellenwert bekommen, zeigte sich Dr. Matthias Jung, Landessozialpfarrer aus Hannover überzeugt und wurde dabei von Stuckateurmeister, Ulrich Christian Mueller, Inhaber eines Fachbetriebs für handwerkliche Denkmalpflege, bestärkt. Sebastian Walter, Geschäftsführer des DGB Ostbrandenburg, fordert für den arbeitenden Menschen eine besondere Wertschätzung. Probst Dr. Christian Stäblein von der Evangelischen Kirche Ber-lin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz, stimmte zu und beleuchtete in seinen Ausführungen nicht nur den Wert eines arbeitenden Menschen, sondern des Menschen grundsätzlich. Schließlich betonte Uli Gellermann, Journalist und Fil-memacher, die besondere Verantwortung der Medien: „Werte und Normen einer seriösen Berichterstattung müssen auch im Journalismus eingehalten werden".

Nach einer sehr intensiven Diskussion zu den einzelnen Beiträgen kamen am En-de der Tagung die Organisatoren Dr. Hildegard Sander, Hauptgeschäftsführerin der Landesvertretung der Handwerkskammern Niedersachsen (LHN) und Dr. Matthias Jung, vom Haus Kirchlicher Dienste der Evangelisch-Lutherischen Lan-deskirche Hannovers der Veranstaltung zu dem Ergebnis: „Handwerk und Kirche sind unerlässliche Stützen zur Werterhaltung in unserer Gesellschaft! In der Ge-sellschaft dürfen nicht allein materielle Werte im Mittelpunkt gestellt werden."

Hannover, 27. August 2018