Abschaffung der EEG-Umlage entlastet Handwerksbetriebe

LHN begrüßt Pläne zur frühzeitigen Abschaffung der EEG-Umlage

„Die EEG-Umlage führt zu überproportionalen Belastungen vieler kleinerer Mittelständler und Handwerksbetriebe. Die Pläne, die EEG-Umlage aufgrund der stark steigenden Energiepreise möglichst schnell zu streichen, werden ausdrücklich begrüßt", so Dr. Hildegard Sander, Hauptgeschäftsführerin der Landesvertretung der Handwerkskammern Niedersachsen. „Bei allem Verständnis für die wirtschaftspolitische Notwendigkeit, Industriebetriebe im internationalen Wettbewerb zu schützen, darf keine Belastung des kleinbetrieblichen Sektors über Gebühr erfolgen. Das ist aktuell der Fall und muss korrigiert werden."

Die Berechnungen der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade zeigen, wie hoch die Entlastungen für bestimmte Gewerke im Falle einer vollständigen Abschaffung der EEG-Umlage bereits zum 1. Juli 2022 wären. Laut dieser Berechnung könne eine Bäckerei mit 53 Beschäftigten, mehreren Filialen und einem jährlichen Stromverbrauch von etwa 213.000 Kilowattstunden fast 50 Prozent der Kosten sparen, die durch die EEG-Umlage anfielen. Ein ähnliches Ergebnis ergibt sich im Hinblick auf die Metallbraubranche: Ein Betrieb mit 25 Beschäftigten käme mit einem jährlichen Stromverbrauch von ungefähr 218.000 Kilowattstunden auf eine Kostenentlastung von 4.066 Euro.

Sander bezieht daher klare Position und plädiert für eine frühzeitige Abschaffung der EEG-Umlage – möglichst schon zu Jahresmitte. „Die Berechnungen zeigen auf, dass die EEG-Umlage ein deutlicher Kostenfaktor für niedersächsische Handwerksbetriebe darstellt", so Sander. „Mit der vollständigen Abschaffung der EEG-Umlage könnte die Regierung mittelständische Unternehmen schon jetzt spürbar entlasten. Der kleinbetriebliche Sektor darf nicht länger Kostenträger für die Vergünstigungen energieintensiver Großunternehmen sein."

Hannover, den 1. Februar 2022

Anlagen:
- Grafik zur Kostenentlastung 2022 in ausgewählten typischen Handwerksbetrieben bei vollständiger Abschaffung der EEG-Umlage zur Jahresmitte (Quelle: HWK Braunschweig-Lüneburg-Stade)