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Konjunktur Frühjahr 2018

Bericht aus der Wirtschaftsmacht von nebenan

Aktuell dominieren Handelsauseinandersetzungen und damit verbundene politische Unsicherheiten die öffentliche Wirtschaftsdebatte. Die wirtschaftliche Entwicklung ist laut Eurostat auf der ganzen Welt - dazu in Kontrast stehend - so gut wie lange nicht. In 2017 erzielten die 19 Euroländer einen Zuwachs von 2,5 % und erreichten somit das stärkste Wachstum seit 10 Jahren. Von dem europäischen Wachstum, das maßgeblich vom starken Konsum und den Bauinvestitionen getragen wird, profitieren deutsche Unternehmen deutlich. In ganz Deutschland betrug das Wachstum 2,2 %. Allerdings gibt es auch erste Anzeichen, dass eine Abschwächung der Hochkonjunktur bevorsteht. Zuletzt sind die deutschen Exportzahlen im Februar 2018 überraschend schwach ausgefallen. Um 3,2 % brachen die Exporte ein und lieferten somit den größten Rückgang seit drei Jahren. Mehrere Geldinstitute haben mit Blick auf die sich leicht eingetrübte wirtschaftliche Lage ihre Wachstumsprognosen für 2018 inzwischen nach unten korrigiert oder ziehen eine Korrektur in Betracht. Zwar wird die deutsche Wirtschaft auch 2018 wachsen, wohl aber nicht mehr in dem Maße, wie man noch zum Jahresanfang in einer gewissen Euphorie prognostiziert .

Die niedersächsische Wirtschaft florierte im vergangenen Jahr etwas stärker als der Bundesdurchschnitt. Das reale Bruttoinlandsprodukt erhöhte sich nach Angaben des Landesamtes für Statistik um 2,5 %. Gemäß der aktuellen, noch vorläufigen Prognose der Konjunkturexperten der Handwerkskammern in Niedersachsen wurde das Jahr 2017 mit einem Umsatz über 53,6 Mrd. Euro und mehr als 537.000 Beschäftigen abgeschlossen.

Im Handwerk in Niedersachsen setzte sich zu Beginn 2018 der Aufschwung insgesamt fort. Mit einem Geschäftsklimaindex von 136 Punkten wird das Vorjahreshoch von 132 Punkten übertroffen. Als deutliche Gewinner zeigen sich mit einem Zuwachs von 11 Indexpunkten im Vergleich zum Vorjahresquartal die unternehmensnahen Dienstleister. Auch die Steigerung im Gesundheitsgewerbe von 7 Punkten auf den neuen Wert 117 ist äußerst positiv zu verbuchen. Die personenbezogenen Dienstleister konnten bei dieser Dynamik dagegen nicht mithalten. Nachdem die Werte in den letzten fünf Jahren stetig angestiegen waren, sinkt der Geschäftsklimaindex in diesem Jahr erstmalig wieder um 7 Punkte.

Nach einer Phase der Zurückhaltung zog in diesem Quartal in jedem vierten Betrieb die Investitionsbereitschaft an. Angesichts weiterhin wachsender Auftragsbestände und einer Auslastung der bestehenden Kapazitäten von über 90 Prozent bei mehr als 40 Prozent der Betrieben, erweisen sich Investitionen zur Steigerung der Effizienz in Zeiten des Fachkräftemangels oder zur Erweiterung der Kapazitäten als sinnvoll.

Mehr als die Hälfte der befragten Betriebe geht davon aus, dass im kommenden Quartal das Konjunkturhoch gehalten wird. 40 Prozent der Betriebe erwarten eine positive Umsatzentwicklung und 42 Prozent der Befragten rechnen mit steigenden Auftragsbeständen. Vor diesem Hintergrund werden zusätzliche Mitarbeiter dringend benötigt: Im Saldo planen 12 Prozent der Betriebe einen Ausbau der vorhandenen Personalkapazitäten.

Die Prognosen für das Gesamtjahr 2018 mit einem Umsatzzuwachs von über 2,3 Prozent und einem stabilen Beschäftigtenniveau stimmen positiv für die Zukunft. Der Fachkräftemangel bleibt eine der größten Herausforderungen für die Betriebe.



Der gesamte Konjunkturbericht kann als pdf-Datei abgerufen werden.