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Engagement für ein starkes Ehrenamt im Handwerk

Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten der norddeutschen Handwerkskammern teilen ihre Erfahrungen und suchen nach neuen Wegen für mehr Ehrenamt

Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten der norddeutschen Handwerkskammern

© Schomakers, Handwerkskammer Lübeck


„Kein starkes Handwerk ohne ein starkes Ehrenamt!“, betonte Stephanie Wlodarski, Vorstandsmitglied der Landesvertretung der Handwerkskammern Niedersachsen e.V. (LHN) zu Beginn der Arbeitstagung. „Es ist essenziell, dass sich auch weiterhin viele Handwerkerinnen und Handwerker ehrenamtlich engagieren und so einen wichtigen Beitrag in der Handwerksorganisation und auch zum Gemeinwohl leisten. Ehrenamt ist der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält. Es ist von entscheidender Bedeutung, junge Menschen für das Ehrenamt grundsätzlich – und vor allem auch für ein Engagement im Handwerk – zu begeistern und ihnen die Vorteile einer aktiven Mitgestaltung aufzuzeigen."


Unter dem Motto: „Mit Lust und Laune mitgestalten – Ehrenamt im Handwerk“, kamen am Wochenende die Spitzenvertreterinnen und -vertreter für die Arbeitnehmerseite aus den norddeutschen Handwerkskammern zur gemeinsamen Arbeitstagung mit dem Ökumenischen Landesarbeitskreis Handwerk und Kirchen in Niedersachsen zusammen. Wlodarski eröffnete die Tagung in der Handwerkskammer in Lübeck gemeinsam mit Oliver Frevel, Vizepräsident der Handwerkskammer Lübeck, und Hille de Maeyer, Handwerkspastorin der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.


Neben persönlichen Erfahrungen und Herausforderungen ging es vor allem um die Zukunft des Ehrenamtes. Wie sich diese Zukunft gestalten kann, erläuterte Cornelia Coenen-Marx, Pastorin und Autorin, den Teilnehmenden in ihrem Vortrag. Stärker als in der Vergangenheit sei es wichtig, bei der Ehrenamtsansprache auch die Bedürfnisse und Herausforderungen der Ehrenamtlichen selbst in den Fokus zu rücken und ihnen eine Plattform zu bieten, um ihre Anliegen zu vertreten und Lösungen zu finden. Auch Armin Pialek von der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt setzt vor allem bei den Bedürfnissen der Menschen im Ehrenamt an. Es müsse stärker vermittelt werden, von welch unschätzbarem Wert das ehrenamtliche Engagement ist. Ehrenamt zeige immer die eigene hohe soziale Verantwortung. Deshalb sei es so wichtig, darüber auch zu sprechen.


In seinem Praxisbericht machte auch der Kreishandwerksmeister und Betriebsinhaber der Zimmerei Groth & Ramm, Carsten Groth, deutlich, dass Ehrenamt im Handwerk ihm die einzigartige Möglichkeit gebe, den eigenen Fachbereich aktiv mitzugestalten und die Interessen der Branche zu vertreten. Es erfordere Einsatz und Zeit, aber die positiven Auswirkungen auf die Gemeinschaft und das Handwerk seien sehr häufig unmittelbar sichtbar. Das gäbe ihm eine besondere Zufriedenheit.


"Das Ehrenamt spielt zudem eine entscheidende Rolle für das Handwerk in den Vollversammlungen der Kammern oder auch in den Prüfungsausschüssen. Die gemeinsame Vertretung der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite in den Handwerkskammern schafft einen Blickwinkel, der für die Formulierung ausgewogener politischer Forderungen von einem hohen Wert ist“, würdigt Dr. Hildegard Sander, Hauptgeschäftsführerin der LHN die Aufgabe der ehrenamtlichen Handwerksvertreterinnen und -vertreter.


„In den Handwerksbetrieben arbeiten Frauen und Männer, junge Auszubildende und erfahrene Altgesellen, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. Diese Vielfalt ist Ausdruck der Offenheit im Handwerk und ein großer Reichtum. Mein Traum ist es, dass sich diese Vielfalt in den Ehrenämtern (nicht nur) des Handwerks abbildet“, sagte Handwerkspastorin Hille de Maeyer zum Abschluss der Tagung.



Zum Hintergrund: Die Studientagung wird vorbereitet und geleitet von der Landesvertretung der Handwerkskammern Niedersachsen e.V. (LHN), dem Ökumenischen Landesarbeitskreis Handwerk und Kirchen in Niedersachsen und einer ausrichtenden Handwerkskammer vor Ort. Sie findet einmal jährlich wiederkehrend statt.


Hannover, den 28. August 2023



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